Umwidmung von Arzneimitteln im Therapienotstand


Gemäß § 56a (1) Nr. 3 Arzneimittelgesetz (AMG) darf der Tierarzt Arzneimittel grundsätzlich nur abgeben oder anwenden,
wenn sie nach der Zulassung für dieses Anwendungsgebiet bei der behandelten Tierart zugelassen sind.

Im Falle "des Therapienotstandes"
ist die Umwidmungskaskade  des § 56a (2) AMG zu beachten.

Im Falle des Umwidmens von Arzneimitteln ist eine Dokumentation des Therapienotstandes im Einzelfall notwendig.

Um diese Arbeit zu erleichtern, ist es sinnvoll zunächst eine Übersicht über die gesamten Arzneimittel einer Tierärztlichen Hausapotheke -
im Hinblick auf ihren Zulassungsstatus für die verschiedenen Tierarten bzw. den Menschen - zu erstellen. Anschließend ist dann der Einsatz dieser Arzneimittel - bezogen auf Anwendungsgebiet und Tierart - in der tierärztlichen Praxis festzustellen und zu prüfen, inwieweit dieser Einsatz im Einklang mit den Zulassungsbedingungen des Arzneimittels bzw. der geänderten Umwidmungskaskade
steht.


Im Falle einer festgestellten Umwidmung ist der Therapienotstand entsprechend zu begründen. Wird dies Arzneimittel in der täglichen Praxis später
umgewidmet, so kann über die übliche Dokumentation zu Diagnose und Behandlung in der Patientenkartei auf den entsprechend für dieses Arzneimittel gelisteten
Therapienotstand verwiesen werden.
Diese Liste ist regelmässig auf Aktualität in Bezug auf die verfügbaren Arzneimittelzu prüfen und ggf. anzupassen.